Bilder
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Monforte-Altar
Weihnachtsgeschichte, Bild 210
Audio-Transkription
Schier überwältigend ist der Jubel am Beginn des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Die aus tiefster Seele strömende Freude über Christi Geburt wird mit Pauken zum Auftakt, mit hellen Flöten und schallenden Trompeten zum Ausdruck gebracht. „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“, singen alle Stimmen unisono. Sie fordern die Hörer nachdrücklich, fast drängend zum Lob Gottes auf, tragen das Lob in die Welt hinaus: „Lasst uns den Namen des Herrschers verehren!“
Von Begeisterung erfüllt, vom Wunder der Weihnacht bewegt sind auch die Heiligen Drei Könige angesichts des Christuskindes. Hugo van der Goes hat sie in seiner großen Altartafel prächtig gewandet und in feierlicher, zugleich demütiger Ergriffenheit verewigt. Der fromme Ernst der Könige steht im Kontrast zu der unbefangenen Ruhe des neugeborenen Kindes auf Marias Schoß.
Die Farbigkeit und gestalterische Differenziertheit, insbesondere durch Perspektive und Licht, ließen das Gemälde, ehemals Mittelteil eines Triptychons , zu einem Vorbild für nachfolgende Maler werden. Für eine Ausstellung zu Ehren von Hugo van der Goes im Jahr 2023 ließ die Gemäldegalerie den verschollenen oberen Auszug des Gemäldes rekonstruieren, man sieht die feine Übergangsstelle deutlich. Und man versteht, dass das Gemälde ohne diesen oberen Teil über eine lange Zeit hinweg seine zum Himmel strebende Wirkung nicht vollständig hatte entfalten können. Durch die Rekonstruktion gewinnt der Jubel der Farben der beiden in Gelb und Purpur gewandeten Engel noch einmal an Intensität.
Musik in voller Länge
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
„Jauchzet, frohlocket“
aus dem Weihnachtsoratorium
RIAS Kammerchor Berlin
Werkangaben
Monforte-Altar (um 1470/75),
Hugo van der Goes,
Eichenholz,
147,2 × 241,0 cm
Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne, David von Becker