Bilder
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Die Geburt Christi
Weihnachtsgeschichte, Bild 209
Audio-Transkription
„Lasset uns nun gehen nach Bethlehem!“. Mit diesen Worten aus dem Lukasevangelium, reagieren die die Hirten auf die Verkündigung des Engels „Euch ist heute der Heiland geboren“. Sie „gingen eilends“, übersetzt Martin Luther diese Worte. Die Eile, mit der die Hirten auf dem ungewöhnlich breiten Gemälde von Hugo van der Goes im Stall von Bethlehem ankommen, ist nicht zu übersehen. Der Maler hat die ungestüme Bewegung der Hirten so dargestellt, dass sie am Feld am rechten oberen Bildrand loslaufen, den Stall von hinten umrunden und dann von links vor die Krippe regelrecht hinpurzeln. Dort liegt das hell leuchtende, zarte Jesuskind, als habe es die Arme zum Empfang ausgebreitet. Es ist umgeben von Maria, Joseph und einer Schar von Engeln.
Die Aufregung der Hirten hat auch Bach in seine Vertonung des Verses von Lukas hineinkomponiert. Man erkennt die freudige Eile der Hirten an den Flöten und Geigen, die hier wie die Hirten in van der Goes‘ Gemälde zu rennen scheinen. Die Musik wirkt so farbig und hell wie das Gemälde, das ehemals ein Altarbild war. Seine dramatische Wirkung wird verstärkt durch den am oberen Bildrand an einer Stange befestigten Vorhang. Die Propheten Daniel und Isaias haben ihn zur Seite gezogen. Es gibt etwas zu sehen, scheinen sie mit dieser Geste zu sagen, und: Die Eile hat sich gelohnt, denn hier erfüllt sich die Verheißung des Alten Testaments.
Musik in voller Länge
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
„Lasset uns nun gehen nach Bethlehem“
aus dem Weihnachtsoratorium
RIAS Kammerchor Berlin
Werkangaben
Die Geburt Christi (um 1480),
Hugo van der Goes,
Eichenholz,
99,9 × 248,0 cm
Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Dietmar Gunne